Tools zum Texten

Text-Werkzeuge für Werbetexter, Blogger und Co
altmodische Schreibmaschine

Tools zum Texten

Schreibwerkzeuge, die jedem Werbetexter helfen.

Es begann im September 1995. Extrem neugierig und extrem unbedarft. Als Junior Copywriter durfte ich bei Young & Rubicam Wien eine neue Welt betreten. Ich konnte beginnen, aktiv zu gestalten, was ich vorher nur passiv konsumiert hatte. Seither hat sich nicht nur im Universum von Werbung, Marketing und Kommunikation vieles grundlegend verändert. Auch viele Werkzeuge, die damals auf meinem Schreib-Tisch lagen, waren ganz andere als heute.

 

Worum es heute genau geht. Und worum genau nicht.

Nicht geändert hat sich allerdings die Bedeutung grundlegender Tools, die uns Tag für Tag das Leben einfacher machen. Und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen. Also um jene praktischen Helferleins, die Schreibern das Schreiben erleichtern. Und NICHT um Stilfragen oder die „Goldenen Texter-Regeln“ für Plakat, Fullsize Banner, facebook, TV-Spots u.v.a.m. Dazu kommen wir sicher noch zu einem späteren Zeitpunkt – in einem weiteren Beitrag. Versprochen!

Jetzt geht es erst mal um den „technischen“ Teil des Werbetextens. Um jene kleinen, notwendigen Hilfsmittel, die Kollegen und mich seit Jahren unterstützen. Inhalte und Emotionen bleiben erst mal auf der Ersatzbank.

 

Basics. Die grundlegenden Werkzeuge des Schreibers.

Weil es eben schon um Veränderungen ging. Die essenziellen Bausteine, die gute Texter ausmachen, sind seit Jahrzehnten unverändert geblieben. Und das sind grob gesagt:

  1. Neugier
  2. Allgemeinwissen oder nennen wir es besser Allgemeininteresse
  3. Rundumblick
  4. Zielgruppenverständnis
  5. Sprachgefühl
  6. und ein vergleichsweise großer Wortschatz

Denn ein Texter ist kein Texter, und schon gar kein guter, wenn er sich nicht dafür interessiert, was um ihn herum passiert. Wenn er oder sie nicht versucht, möglichst viele Facetten des Lebens und der „Sprache des Lebens“ aufmerksam wahrzunehmen. Und dabei geht es gar nicht um ein tiefes Fachwissen in einem Bereich – das kann man sich punktuell und aktuell immer aneignen. Es geht um einen breiten „oberflächlichen“ Überblick. Und der reicht von Politik, Mode, Kunst, Kultur, Sport, Technik bis hin zu Medien, Journalismus, Film, Fernsehen etc…

Wenn man so will, sind also auch DER SPIEGEL, Bücher von Max Goldt, Filme der Cohen-Brüder oder NETFLIX u.v.a.m. schon mal grundlegende Tools für Texter. Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Bücher und Blogs lesen, ist ein Fundament unserer Arbeit. Wer viel schreiben will, sollte mehr lesen.

Da wir noch mehr als andere in der Werbewelt leben, sind auch ein Interesse daran und eine Leidenschaft dafür Grundvoraussetzung. Denn schließlich sollte man sich schon mit dem Beruf auseinandersetzen, den man ausübt. Ein Blick über den Rand des eigenen Desktops zu den Arbeiten, die Kollegen weltweit vorantreiben, hilft dabei. Ohne jetzt eine Kupfer-Diskussion starten zu wollen. Es warat eher wegen Inspiration und Offenheit.

Früher saß man dafür vor allem vor seinem LÜRZERS Archiv oder den sündteuren, höllisch schweren Werbebüchern, die man aus kleinen, herzigen Kultur-Buchläden in die Agenturen schleppte. Heute ist der Zugang zu spannender, atemberaubender Werbung natürlich viel einfacher geworden.

Tipp

Einfach mal auf Ads of the World umschauen oder bei Pinterest „kreative Werbung“ als Suchbegriff eingeben.

Was schon damals unverzichtbar auf dem Schreiber-Tisch war.

Zur Grundausstattung an Schreibtisch-Werkzeugen gehörten von Anfang an paar Klassiker. Ganz old school – in Buchform. Auch heute noch sind diese Tools aus meiner Sicht unverzichtbar für Texter. Egal ob man sie jetzt lieber als E-Books oder Apps nutzen möchte.

  1. Zwei Klassiker von David Ogilvy: „Ogilvy on Advertising“ und „Confessions of an Advertising Man. Auch wenn da natürlich nix über Keywords und facebook-Ads drinnen steht. Es ist unverzichtbarer Stoff für die Tätigkeit, der wir nachgehen. Mit vielen schlauen Sichtweisen zu Werbung und Kommunikation. Die zeitliche Übersetzung ins Heute sollten wir schon selber schaffen.
  2. A.M. Textor „Sag es treffender.“: Das Synonym-Wörterbuch für den täglichen Gebrauch. Mit 2.000 Stichwörtern und 70.000 Verweisen auf sinnverwandte Wörter und Ausdrücke. Für mich in immer wieder aktualisierter Auflage ein treuer Begleiter seit viele Jahren. Denn auch bei vergleichsweise großem Wortschatz steht man im Tagesgeschäft immer wieder vor der Suche nach dem besten Ausdruck.
  3. Open Thesaurus und Woxikon sind praktische Plattformen, die sich heute online genau der selben Materie annehmen.
  4. Die ganze bunte Duden-Reihe: Vom Klassiker des Wörterbuchs über das Fremdwörterbuch über ein Synonym-Wörterbuch (s.o.) bis hin zum Bildwörterbuch, wenn einem mal wieder nicht einfällt, wie das oder jenes „Dingsi“ des täglichen Lebens denn eigentlich korrekt wirklich heißt. Das gesamte Angebot findet man natürlich auch im Online-Shop.
  5. Tipp: Ich nutze heute als „Wörterbuch“ nach wie vor am liebsten den Duden. Allerdings in App-Form, was zum einen praktisch, zum anderen sogar inspirierend sein kann bei der kreativen Suche nach dem richtigen Wort für eine Headline o.ä. Einfach mal das vorhandene Wort eingeben, mit dem man noch nicht ganz zufrieden ist und dann durch die Teil-Suchergebnisse scrollen und sich inspirieren lassen. Manchmal findet sich so um paar Ecken gedacht genau das richtige Wort oder Wortspiel. Auch wenn Wortspiele zwar natürlich gerne verwendet aber total verpönt sind. Pfui!
  6. Und egal, ob nun etwas „am silbernen Faden hängt“ oder „nicht das Goldene vom Ei ist“. Nichts ist unfreiwillig komischer als eine unabsichtlich falsch verwendete Redewendung. Daher sollte auch eine Sammlung der gängigsten Redewendungen und Zitate zur Grundausstattung gehören. Duden schafft auch hier Abhilfe. Aber auch Wikipedia bietet wie andere Webseiten einen guten, raschen Überblick.

Werbetexter wird Webtexter. Nützliche Tools für online.

Mit den Jahren wurde das Internet nicht nur immer mehr zum Werkzeug, sondern auch zum zu bearbeitenden Feld. War man als Offline-Texter gestern noch vor allem an Anzeigen, Plakaten, Radio- und TV-Spots dran, beschäftigt man sich heute online immer mehr mit Texten, die im Web gut auffindbar, aktivierend und leicht erfassbar sein sollten.

Auch auf die grundlegenden Unterschiede zwischen Offline- und Online-Texten werden wir in einem der kommenden Beiträge noch näher eingehen. Aber um den roten Faden auch im Netz nicht zu verlieren, wollen wir uns hier jetzt natürlich auch hilfreiche Werkzeuge ansehen, die der Webtexter immer im Auge behalten sollte.

Ganz einfach weil sie ihm dabei helfen, sich der kompletten Content-Herausforderung zu stellen und Content tatsächlich zum King zu machen.

 

Eckige Klammer auf. Zeitloses Regelwerk-Zeug auch fürs Web.

Da natürlich auch für Online-Content die Räder nicht neu erfunden wurden, hier noch mal die wichtigsten Formeln – auch um konversionsstarke Inhalte zu erstellen.

KISS! Zeitlos gut und zeitlos richtig. „Keep it short and simple.“ Und das will uns natürlich nicht sagen, dass nur kurze, debile Texte gute Texte sind. Sondern, dass es darum geht, komplizierte, lange Wortungetüme zu vermeiden. Ebenso wie elendslange Schachtelsätze mit nervenden Einschüben. Und dass wir den User umfassend, authentisch aber vor allem einfach informieren sollten.

AIDA! Attraction, interest, desire, action. In unserem Fall bedeutet das: markantes Wording, Vorteile klar herausarbeiten, emotionale Ansprache und den User mit einem eindeutigen Call-to-Action zum Handeln veranlassen.

WWWW… Viele W-Fragen führen zum Erfolg. Es ist auch beim Webtexten immer äußerst hilfreich und zielführend, sich an den klassischen journalistischen W-Fragen zu orientieren. Sprich: Was verkaufe ich eigentlich? Wie wendet man das Produkt an? Wer soll es kaufen? Warum soll es jemand kaufen? Wo kann der User mehr zum Thema finden? Wodurch unterscheide ich mich vom Mitbewerb? Und viele andere W´s mehr …

 

SEO, Keywords & more. Nützliche Helferleins schaffen Erleichterung.

Keyword-Recherche.

Jahrelang hat Google dafür kostenlos ein eigenes Tool angeboten bevor man es 2013 durch den Keyword Planer ersetzte. Den kann man zwar auch kostenlos nutzen, muss sich dafür aber vorher bei Google AdWords mit einem eigenen Konto anmelden.

Ziel der Übung ist es natürlich nicht, auf diesem Weg ein umfassender Profi für Keyword-Planung zu werden. Aber es hilft einfach dabei, Gespür und Verständnis dafür zu entwickeln, was meine Zielgruppe im Web tatsächlich finden will. So können wir erfahren, wie viele User im Schnitt monatlich bei Google nach einem bestimmten Begriff suchen.

 

Keyword-Entwicklung.

Mit Google Trends gibt es ein weiteres nützliches Tool, das dem Texter dabei hilft, die Entwicklung von Schlüssel-Begriff-Anfragen über einen bestimmten Zeitraum zu verfolgen.

 

On-Page-Analyse-Tools. Wenn´s ein bissl mehr Technik sein darf.

Nachdem wir schon begonnen haben, den eher technischen Aspekt des Schreibens unter die Lupe zu nehmen, wollen wir das nun auch wirklich konsequent zu Ende führen. Hier geht´s jetzt nicht mehr um den kreativen oder gar „künstlerischen“ Mehrwert von uns selbsternannten Edelfedern. Bei On-Page-Analyse-Tools geht es darum, zu prüfen, ob der erstellte Content auch wirklich technisch einwandfrei eingebunden ist.

Denn auch wenn ich nur ganz wenige Texter kenne, die es als ihr persönliches Highlight bezeichnen würden, ihren Content auf den technischen Prüfstand zu stellen – schaden kann es mit Sicherheit nicht. Und daher hier noch ein kleiner Überblick über sinnvolle und kostenlose Webhilfen in diesem Bereich.

  1. Die MozBar hilft dabei, eine Webseite nackt und ungeschminkt zu betrachten. So kann man hervorragend überprüfen, wie gut man ein Angebot ohne optisches Rundherum lesen und verstehen kann.
  2. Der Screaming Frog SEO Spider zeigt ganz einfach, wie es bei einer Webseite um Title, Description und H-Tags bestellt ist. So hat man schnell alle Metadaten auf einen Blick.
  3. SEORCH empfiehlt sich als ideales Werkzeug für die rasche On-Page-Analyse.

 

Ein Ende mit Stiel Stil. So machen wir unsere Texte stilsicherer und fehlerfreier.

Auch wenn Texter an sich natürlich allesamt stilsichere Wesen ohne Fehl und Tadel sind, kann sich nach stundenlanger, mühevoller Kreativ-Arbeit dennoch da und dort ein klitzekleiner Lapsus einschleichen. Und natürlich gibt es auch zu deren Vermeidung und zur Wahrung der textlichen Stilsicherheit mittlerweile praktische Tools online.

Natürlich gibt es in vielen Bereichen noch wesentlich mehr Werkzeuge, die für ganz bestimmte Gelegenheiten nützlich sein werden. Jeder hat seine ganz persönlichen Vorlieben für das ideale papierene oder digitale Notizbuch oder Mindmapping-Tool. Sinn der Übung heute war es, einen ersten Basic-Überblick zu geben. Das essenzielle Rüstzeug für Texter zu screenen und zusammenzufassen. Stehen neue, bahnbrechende oder einfach nur praktische Tools für Schreiber ins Haus, werden wir natürlich auch darüber berichten.

Wenn Ihr Tools kennt, die Ihr Kollegen unbedingt ans Herzen legen wollt – einfach her damit! Wir sind immer für gute Tipps dankbar!

 

Epilog. Und demnächst mit Gefühl.

Nach diesem kleinen Überblick über nützliche Tools, die uns das Schreiben ein wenig einfacher machen – ein kleiner Vorgeschmack auf einen der kommenden Text-Beiträge. Dann, wenn es (endlich) richtig emotional wird und es viel mehr um die kreative, bewegende Macht der Worte geht. Hier schon mal  ein YouTube-Klassiker zum Thema:

 

 

 

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<p>Kurt Moser gründete 2016 Kurtsgeschichten und unterstützt wundermild im Full-Service-Netzwerk in den Bereichen Text und Konzeption.<br /> Als begeisterter Rapidfan bloggt er auch auf https://herzrasenrapid.com/.</p>
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