Der machetenlose Mediendschungel

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Der machetenlose Mediendschungel

„Ich hab‘ doch keine Machete dabei!“ – die Geschichte vom Noob, der sich in den Mediendschungel verirrte.

Es war einmal ein Noob namens Martina. Da Martina in eine Zeit geboren wurde, in der ein Satz ohne Anglizismen definitiv nicht cool genug ist, bezeichnet sie sich selbst als Noob. Man könnte auch Anfängerin, Neuling oder Laie dazu sagen. Und da es auch schon vor längerer Zeit aus der Mode gekommen ist, von sich selbst in dritter Person zu erzählen, wechsle ich jetzt rasch zu Ich-Form.

Da war ich also, die Anfängerin. Nichts ahnend von meiner baldigen Reise war ich ganz eifrig mit den Hürden der universitären Ausbildung beschäftigt. Da Dinge im Leben allerdings selten geradlinig verlaufen, ergab sich durch einen kurzen Klick auf ein Job-Inserat ein fabelhaftes Bewerbungsgespräch und plötzlich fand ich mich im Flieger Richtung Mediendschungel wieder. Viel Zeit zum Packen war nicht und Dschungel-Equipment hatte ich auch recht wenig. Doch für einen kleinen Handgepäckskoffer ging es sich gerade so aus. Für all jene, die vielleicht einmal ein ähnliches Ticket in der Hand halten, schreibe ich hier die Inhalte meines Koffers nieder, die  für einen guten Start ins Medienleben wappnen:

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…:

Neugier

Wer als Neuling in den Mediendschungel einsteigt, der ist eben genau das: neu. Wenn du noch nicht genau weißt, was du tust, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Lernen, lernen, lernen! Und wie tut man das am besten? Richtig, indem man recherchiert und Fragen stellt. Sobald dir etwas unklar ist oder du dich nicht auskennst, recherchiere und versuche auf eigene Faust eine Antwort zu finden. Wenn das mit eigenständiger Suche nicht funktioniert, scheue dich nicht zu fragen: jeder freut sich über konkrete und gut überlegte Fragen. Damit zeigst du aufrichtiges Interesse und lernst die Basics von Anfang an genau.

Geduld

Die sollte ja eigentlich in der täglichen Tugend-Tasche enthalten sein. Fällt natürlich nicht immer leicht, deshalb ist sie hier auch als eigener Punkt angeführt. Denn Geduld ist besonders wichtig: nicht nur den mitreisenden Kollegen, sondern vor allem sich selbst gegenüber. Anfangs sind neue Orte schnell einmal überfordernd und man hat oft das Gefühl, nicht genug zu können. Aber lass nicht gleich alles Werkzeug fallen, wenn es nicht sofort nach Plan läuft. Sei geduldig und stell Fragen! Baue deinen eigenen Alltag, ohne dich zu selbst zu erschlagen.

Digitales Verständnis

Im Gegensatz zum echten Dschungel ist in dem der Medien digitales Verständnis sehr, sehr wichtig. Facebook, Instagram und Twitter sind Medien, durch die du im Schlaf durchnavigieren kannst und auch Verständnis für Consumerverhalten sollte mit in den Koffer. Der Schwerpunkt der Werbung läuft über digitale Medien: du solltest verstehen, wie diese Welt funktioniert und wie deine Zielgruppe tickt.

Die Affinität zur Sprache

So, da unser digitales Verständnis gut verstaut im Koffer liegt, kramen wir weiter in unseren gedanklichen Schubladen. Das Verständnis für die oben genannte Zielgruppe bringt wenig, wenn du nicht weißt, wie du sie am besten ansprichst. Deshalb ist ein gutes Sprachgefühl eine wichtige Grundlage und wird auch in unseren Koffer gepackt.

Mit einem leichten, aber gut gepackten Koffer und nach überstandenem Flug bin ich im Land der Medien & Werbung angekommen. Dort habe ich mich gleich für eine Dschungelsafari angemeldet. Ich hatte zwar keine Machete dabei, wie es sich für den Dschungel angeblich gehört, aber ich war zuversichtlich, dass mein kleiner Koffer auch so reichen würde.

Über lange Dateienpfade und Lianen-versperrte Wege ging es in die offene Bleiwüste[1], wo mir von meinen erfahrenen Guides Exoten wie Silberfische und Schusterjungen vorgestellt wurden. Auch gefährliche Angebote und Druckanfragen sind uns immer wieder über den Weg gelaufen, doch mit etwas Genauigkeit und guten Vorlagen konnten wir diese schnell vertreiben. Nach unseren ersten, spannenden gemeinsamen Abenteuern haben meine Guides @Kurtsgeschichten und @wundermild beschlossen, mich in ihren Bund aufzunehmen und zu ihrem Assistent-Guide zu machen.

Seite an Seite haben wir neue Aufträge bewältigt und uns frische Kampagnen für durstige Kunden überlegt, die in unserer wundermilden Oase einkehrten. Dafür war die tatkräftige Unterstützung unseres Grafik-Magiers Flo unentbehrlich, der mir mit unbezwingbaren InDesign- und Photoshop-Kräften stets hilfreich zur Seite stand. Mein kleiner Koffer war immer dabei, den habe ich nach und nach ausgepackt und konnte ab und zu für Erstaunen sorgen, was ich denn für tolle Dinge dabei hatte.

Doch es kamen auch immer neue Items, die da hineinwollten. Deshalb wurde es irgendwann Zeit für einen neuen Koffer. In dem hatte dann auch alles neu gelernte Platz – und glaubt mir, das ist ein ziemlich großer neuer Koffer. So gut ausgestattet ließ sich jeder Auftrag problemlos meistern, unsere bunte Reise ging immer weiter und wir haben viele spannende Dinge erlebt.

Doch so schön Reisen meist sind, sie haben die lästige Angewohnheit vorbei zu sein, wenn es am Schönsten ist – so auch diese. Also nahm ich meinen vollgepackten Koffer, verabschiedete mich von meinen neuen Freunden und machte mich zurück durch die Bleiwüste und den Dschungel auf den langen Weg zum Flughafen.

Wieder Zuhause angekommen, ganz traurig vom langen Flug und dem schlechten Wetter, machte ich mich zur Aufheiterung an das Auspacken meines Koffers und der neuen Mitbringsel. Das habe ich in meiner tollen Zeit im Mediendschungel, den ich ohne Machete, aber dafür in bester Gesellschaft, problemlos gemeistert habe, alles mit auf den Weg und in den Koffer mit hinein genommen:

Die richtige Kommunikation

In der Werbung ist Kundenkontakt an der Tagesordnung, freundlicher und respektvoller Umgang ist das Um und Auf. Dem Kunden Konzepte vorstellen, eine neue Idee pitchen oder über Sujet-Änderungen diskutieren (freundlich!) gehört zum Alltag. Dabei muss man wissen, wie man sich präzise und verständlich ausdrückt und seine Ideen klar in Worte fasst, sodass Kollegen und Kunden diese auch verstehen.

Genauigkeit

Unglaublich wichtig – genaues Arbeiten ist ein Muss. Der Alltag funktioniert oft so: ein Kunde schickt ein E-Mail mit 6 Bulletpoints und einem alten Sujet, das du und dein Team in ein neues einarbeiten sollte. Diese Anforderungen müssen für die Kreation kurz und verständlich zusammengefasst werden. Nach einem ersten Entwurf, der auf Tipp- und Grafikfehler, die sich immer wieder einschleichen können, geprüft wird, wir dieser an den Kunden gesendet. Der kommt wahrscheinlich mit Korrektur- und Änderungsvorschlägen, die wiederum an die Grafik weitergeleitet werden sollen, damit diese eingearbeitet werden können, zurück. Das kann mehrere Male so hin und her gehen. Deshalb die Genauigkeit: wenn da oft etwas verloren geht, verzögert sich der gesamte Prozess noch weiter.

Print!

Als Neuling in der Werbung hatte ich von Printmedien wenig Ahnung. Dass man von einem Steg nicht nur ins Wasser springen kann, was 4/4 beidseitig bedruckt heißt oder was denn gar ein Stempelausdruck ist, das lernt man alles ganz nebenbei. Ich versprech’s euch: sollte es euch in die Werbung verschlagen, ihr werdet Zeitschriften ganz neu wahrnehmen.

Spaß an der Werbung

Du machst jeden Tag etwas Neues, darfst kreativ sein und schaukelst viele Projekte gleichzeitig. Das kann ab und zu anstrengend werden: an manchen Tagen schreibst du gefühlte 500 E-Mails und bewegst dich nicht von deinem PC-Sessel weg. Viel häufiger sitzt du aber mit deinen Kollegen zusammen und tüftelst an neuen Sujets, bist bei Videodrehs oder Foto-Shootings dabei und hast einfach immer wieder neue, spannende Projekte, die du dir gemeinsam im Team überlegen darfst. Das kann nur Spaß machen.

Jetzt habe ich meinen Koffer fertig ausgepackt und freue mich über all die Erfahrungen, die ich auf meiner Reise machen konnte und die sich mit einer Portion Selbstvertrauen auch ganz ohne Machete meistern lässt.

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