Nennen wir das Kind doch beim Namen.

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Nennen wir das Kind doch beim Namen.

 

WARUM ES SO SCHWER UND SO EINFACH IST, GUTE NAMEN FÜR SEINE MARKEN ZU ENTWICKELN.

Egal ob wir von Äpfeln, Fenstern, großen Flüssen oder bunten Paarhufern sprechen. In unseren Köpfen verbinden wir die Namen großer Marken, Produkte oder Dienstleistungen sofort mit einem bestimmten Lebensgefühl, ganz besonderen Bildern oder Emotionen. Und dabei ist es dann rational auch egal, ob Namen wie Apple, Windows, Amazon oder Red Bull schon auf tatsächliche Inhalte hinweisen. In diesen speziellen Fällen nicht zwingend – oder zumindest nicht auf den ersten Blick: Obst und Computer – naja.  Benutzeroberflächen und Fenster – hmm. Online-Handel und der größte Fluss der Welt – das birgt schon gewisse Analogien, ebenso wie ein Energydrink und ein Bulle.

Aber egal, ob Namen von Unternehmen gleich auf den ersten Blick eine zwingende Logik offenbaren oder nicht: Die Suche nach dem einen, richtigen Namen für sein „Marken-Baby“ ist auf jeden Fall immer eine sehr emotionale Sache. Denn schließlich kann ein passender Name schon unglaublich viel transportieren und vermitteln und ein „falscher“ Name den Start eben auch äußerst schwierig gestalten.

 

leeres BuchEine Namensfindung ist stets mit Emotionen und Assoziationen verbunden. Und nicht bei allen ruft ein Name natürlich die gleichen Bilder oder Gefühle ab. Daher kann der Weg zum idealen Namen schon auch mal lang und steinig sein. Wenn man ein paar Regeln und Tipps aus der Praxis beachtet, kann man diesen Prozess aber oft auch entscheidend abkürzen.

 

1. Einfach passt einfach immer.

Prinzipell: Der Name muss zu Ihnen und Ihrem Angebot passen. Inhaltlich wie phonetisch. Auch auf die Gefahr hin, von Ihrer Umwelt für etwas sonderbar gehalten zu werden, sprechen Sie den Namen immer wieder laut aus. Dann werden Sie schnell erkennen, ob er wirklich in die Welt der Kindermode oder doch eher in die Werkzeugkiste passt.

Achten Sie darauf, keinen kreativen Zungenbrecher in die Welt zu setzen. Je kürzer der Name, desto leichter wird er gemerkt. Bei längeren Namen ist es wichtig, dass sie einen starken bildhaften Eindruck hinterlassen. Das erhöht trotz Länge die Prägnanz. Beim „Attnang-Puchheimer Bierhimmel“ kriege ich schon eine feuchtfröhliche Ahnung davon, was mich erwartet. Beim „Pink Striped Tiger“ nicht unbedingt, aber der Name bleibt dafür – leicht irritierend – eine Weile im Hinterkopf. Wenn Sie diese Irritation mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung noch originell auflösen können – umso besser.

Der Name muss einfach zu merken sein – und auf dem Markt, auf dem Sie Ihre Erfolge anstreben, auch einfach auszusprechen sein. Ob Sie einen existierenden Begriff, einen Phantasienamen oder den eigenen Namen verwenden, ist Geschmackssache.

Wichtig kann es sein, dass der Name möglichen Kunden dabei hilft, zu verstehen, was Sie für sie tun können. Bei „Gemüse Meier“ wird das schnell klar sein. Bei „Meier & Söhne“ oder „Meier Global Integrated Solutions“ wird´s schon etwas schwieriger. Aber wie die anfänglichen Beispiel Apple oder Amazon zeigen, ist auch das kein zwingender Erfolgsgarant.

 

2. Denken Sie auch an morgen.

Zu eng bzw. zu spezifisch formulierte Unternehmensnamen schränken manchmal für die Zukunft ein. „Gemüse Meier“ kann natürlich bei Erfolg auch weiterhin immer mehr Gemüse aus aller Herren Länder anbieten. Fleisch und Käse würde ich dort allerdings niemals erwarten und das Geschäft zu diesem Zweck auch nicht aufsuchen. Bei „Feinkost Meier“ oder „Delikatessen Meier“ sieht die Sache schon wieder anders aus.

Ein wesentlicher Teil der Namensfindung ist es also, vor der Festlegung auf einen Namen, mögliche Expansionspläne zu bedenken und zu prüfen, ob das dann auch noch immer passen würde. Bedenkt man das nämlich nicht mit, kommen beim „Namens-Relaunch“ in ein paar Jahren wieder Kosten auf Sie zu.

 

3. Abkürzungen lieber umgehen.

Natürlich weiß heute jeder was OMV, BMW oder IBM machen. Aber dafür mussten diese Unternehmen auch jahrelang viel Geld für Werbung ausgeben. Für junge Unternehmen, die das vermeiden wollen, sollte bereits der Name das Geschäftsfeld oder die Idee dahinter definieren und klar machen, was ich bekomme – und was nicht. Unter SKK oder ARB werde ich mir auf den ersten Blick eher wenig vorstellen können. Da hilft auch keine kleine – meist überladene – Unterzeile, die versucht mir zu erklären, was dieses Unternehmen für mich tun könnte.

 

4. Trends aus dem Weg gehen!

Wie so vieles in unserer schönen bunten Welt, unterliegen klarerweise auch Firmennamen immer wieder Trends. So war es ein Weile ganz innovativ, hinter oder vor dem Namen noch ein 24 zu setzen. Das signalisierte dann umfassende Kundenorientierung und perfekten Service rund um die Uhr. Vom Automobil bis zur Putzerei wurde alles mit dieser Zahl versehen. Bei manchen Spezialisten wurde sogar noch ein 24/7 draus, was uns zeigen sollte – es gibt kein Wochenende mehr, wir sind jederzeit für Sie da. So weit, so schön. Aber wenn das jeder hat, wird es mit der Differenzierung schon wieder schwierig. Und so versinkt dann auch alles im „24/7“ oder aktuell im „to go“-Land. Doch Eigenständigkeit punktet auch in diesem Fall sicher mehr.

 

5. Checken, checken, checken vor dem Start.

Bleiben Sie einzigartig! Nichts ist schlimmer als mit seiner Marke zu starten und kurz danach schon festzustellen, dass man mit seinem Namen gar nicht so einzigartig ist, wie man bisher dachte.

Deswegen ist es entscheidend, schon in der Findungsphase zu checken, ob es Marken mit gleichem oder ähnlichem Namen gibt. Einfach mal die Favoriten bei Google eingeben und schauen, welche Ergebnisse kommen. Aber nicht vergessen: nur weil sie einen Namen nicht auf den ersten 2 Seiten der Suchergebnisse gefunden haben, heißt das noch gar nichts. Daher unbedingt auch einen Domaincheck machen. Denn  kaum ein Unternehmen kommt heute ohne Internetpräsenz aus.

 

„Mit Tools wie www.world4you.com oder www.namecheck.com können Sie kostenlos die Verfügbarkeit von Domain-Namen und Benutzernamen in Social Networks prüfen.“

 

Haben Sie sich danach dann im Kopf schon mal für einen Namen entschieden, gehen Sie idealerweise den rechtlich korrekten Weg, ihn auch ordentlich prüfen und schützen zu lassen. Das Patentamt kann Sie dabei in jedem Fall bestens informieren und beraten.

Wenn man diese einfachen Grundregeln beachtet, ist der Weg zum perfekten Namen schon so gut wie geebnet und Sie können Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Oder Sie können den Kreativen Ihres Vertrauens schon mal mit einem klareren Auftrag ins Rennen schicken. Was uns dann nur noch zu einer abschließenden Frage führt …

 

GUTE FRAGE ZUM SCHLUSS: SELBER MACHEN ODER MACHEN LASSEN?

Auch ans praktische Namensziel führt natürlich eine stattliche Zahl an Wegen. Selber denken und tüfteln? Sich gemeinsam mit Freunden auf Namenssuche begeben? Namenstools im Internet ausprobieren? Auch hier gibt es mittlerweile kostenlose und kostenpflichtige Generatoren in unterschiedlichster Qualität. Oder man lässt sich den Namen von den Profis seines Vertrauens basteln.

Das ist in der Regel auch immer eine Frage des persönlichen Wollens und Könnens. Und auch nicht immer ein striktes Entweder-Oder. Die Praxis hat gezeigt, dass es durchaus sinnvoll ist, sich erst mal in Eigenregie daran zu versuchen, um Optionen zu erforschen bzw. auszuschließen.

Wenn dann aber nach ein paar fröhlichen Tagen der Namenssuche noch nicht viel mehr als der eigene Famillienname auf dem Zettel steht, kann man sich ja noch immer nach professioneller Unterstützung umsehen. Und auch für Profis ist es oft von unschätzbarem Vorteil, wenn Sie bereits genauer wissen, wo die Reise hingehen soll  und wo nicht.

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim Suchen, Ausprobieren und Experimentieren – und wenn Ihnen dann nach einer Weile doch noch immer die Wort fehlen – einfach melden!

 

P.S.: Damit Ihre ganz persönliche Namenssuche auch wirklich ein Erfolg wird, empfiehlt sich besonders bei Unternehmen mit internationaler Ausrichtung ein umfassender Fremdsprachen-Check. Davon konnte Mitsubishi spätestens mit dem Erscheinen seines „Pajero“ auf dem spanischen Markt ein Lied singen.

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Kurt Moser gründete 2016 Kurtsgeschichten und unterstützt wundermild im Full-Service-Netzwerk in den Bereichen Text und Konzeption. Als begeisterter Rapidfan bloggt er auch auf https://herzrasenrapid.com/.
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